Neuigkeit

Neue Ideen für die Gewinnung der Mitarbeiter von morgen

Dez. 21. Die Strukturentwicklung nimmt Fahrt auf. Dabei spielt die Sicherung von ausreichenen Fachkräften für innovative Entwicklungen und Ansiedlungen eine immer wichtigere Rolle. Die Werkstätten der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH haben in diesem Jahr über 30 Projekte betreut. Gleich vier haben die Aus- und Weiterbildung zum Ziel. Und alle vier sind von der interministeriellen Arbeitsgruppe der Landesregierung (IMAG), die in Brandenburg über die Vergabe der Gelder aus dem Strukturstärkungsgesetz entscheidet, hinsichtlich der Förderwürdigkeit bestätigt worden. Wir stellen die Projekte vor.

Innovatives Lernzentrum Lausitz

Es könnte eines der Leuchtturmprojekte für die Fachkräftesicherung in der Region werden: Das Innovative Lernzentrum Lausitz. In Großräschen soll in Nachbarschaft des Lehrbauhofs der Handwerkskammer ein außerschulischer Lernort entstehen, der junge Menschen frühzeitig bei der Berufsorientierung, bei der Berufswahl und während der Ausbildung begleitet. Das Lernzentrum knüpft an bereits bestehende Bildungsangebote etwa von Kammern, Arbeitsagentur, Schulen und Unternehmen an. Und es will diese ervernetzen. Durch smarte Technologien Multifunktionsräume, Selbstlernfläche und erlebnispädagogische Freizeitangebote sollen neue Formen des Lernens, der Erwerb digitaler Kompetenzen und unternehmerisches Denken gefördert werden. Wichtig für die Lausitzer Unternehmen: Das Lernzentrum setzt einen Schwerpunkt auf MINT-Berufe – also die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Davon profitieren auch Handwerk und Industrie. Zudem soll die Berufsausbildung in den Bereichen Pflege, Landwirtschaft und Tourismus präsentiert und erlebbar werden. Bei erfolgreicher Umsetzung kann das innovative Lernzentrum Lausitz ein überregional ausstrahlendes Schaufenster der beruflichen Chancen in der Region werden sowie der neu entstehenden Geschäftsfelder und Berufsbilder. Mit der Befürwortung der ersten Projektstufe durch die IMAG wird jetzt ein Umsetzungskonzept in Auftrag gegeben.

Leistungszentrum Lausitz

Der Standort Schwarzheide ist schon heute das Zentrum der Aus- und Weiterbildung für industrielle Berufe in der Lausitz. Dies ist die Basis für den Ansatz, im zukünftigen Leistungszentrum Lausitz auch den wachsenden Fachkräfte- und Fortbildungsbedarf für kleine und mittlere Unternehmen zu sichern. Das neu entstehende überbetrieblichen Ausbildungszentrum soll auch ein lebendiger Lehr- und Kommunikationsort für die Teilnehmer an Fortbildungen und Umschulungen werden.  Ausgerichtet sind die Angebote in erster Linie auf regionale Schwerpunktbranchen wie Chemie, Metall-, Elektro-, Informations- und Kunststofftechnik. Aber auch Umschulungen für neue Berufsbilder, wie etwa Kauffrau für E-Commerce, und sich durch die Strukturentwicklung wandelnde Berufsfelder sind vorgesehen. Dafür sollen neueste Lehr- und Lernmethoden und Technologien für die Anforderungen der Industrie 4.0 eingesetzt werden wie 3D-Schweißen, digitale Anlagenvernetzung, Virtual und Augmented Reality oder Datenanalyse. Der Baustart ist 2023 geplant, die Eröffnung Ende 2025. Etwa 400 Auszubildende, 150 Schüler in der Berufsvorbereitung sowie 130 Personen in der Weiterbildung sollen künftig im Leistungszentrum Lausitz lernen können.

Ausbildungspensionat Schwarzheide

Damit die künftigen Auszubildenden im Leistungszentrum Lausitz nicht täglich pendeln müssen, plant die Stadt Schwarzheide zudem die Errichtung eines Ausbildungspensionates. Und zwar eines ganz besonderen: Das alte Schulgebäude in der früheren Gemeinde Zschornegosda, historischer Kern und Ortsteil des heutigen Schwarzheide, soll erweitert und ausgebaut werden und künftig 60 Wohnräume bieten – gelegen zwischen dem neuen Leistungszentrum und dem SeeCampus Niederlausitz mit zahlreichen Freizeitsportangeboten und Bibliothek. Zudem sollen für die im Ausbildungspensionat untergebrachten Auszubildenden 60 E-Bikes angeschafft und die entsprechende Ladeinfrastruktur installiert werden.

Deutsch-Polnische Pflegeschule Forst (Lausitz)

Die neue Pflegeschule in Forst (Lausitz) hat ihren Betrieb bereits aufgenommen. Bei der Eröffnung mit zunächst zwei Klassen im vergangenen Oktober war sogar Ministerpräsident Dietmar Woidke, der in Forst lebt, dabei. Die bilinguale Schule an der polnischen Grenze ist eine Außenstelle der Medizinischen Schule des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus – die mit mehr als 600 Ausbildungsplätzen die größte ihrer Art im Land Brandenburg ist. Am neuen Standort in Forst wird erstmals ein bilinguales Ausbildungskonzept umgesetzt. Das von der IMAG der Landesregierung bewilligte Projekt umfasst die Modernisierung des Gebäudes, einer ehemaligen Grundschule. So wird eine Klimaanlage mit intelligenter Steuerungstechnik eingebaut. Die Heizanlage wird erneuert und mit nachhaltiger Steuerungstechnik ausgestattet. Das Haus wird ans Glasfasernetz angeschlossen. Um eine Ausbildung nach den neuen technischen Standards zu ermöglichen, wird ein digitales Simulations- und SchulungsLab eingerichtet. Ziel ist es, den Alltag von Pflegekräften realitätsnah zu simulieren. Derzeit lernen 40 deutsche und polnische Auszubildende an der Schule, perspektivisch sollen es 100 werden. Damit wird der Standort Forst (Lausitz) zu einem wichtigen Anker für die Deckung des beständig steigenden Bedarfs an Pflegepersonal.

Quelle: “Nachrichten aus der Wirtschaftsregion Lausitz”, Winterausgabe´21 Lausitz Magazin, WRL

Bild: Architektenskizze ILL_Innovatives Lernzentrum Lausitz_ gmp – Architekten von Gerkan, Marg & Partner

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